Mit der Powershot G11 bringt Canon ab Oktober 2009 die Nachfolgerin Ihres erfolgreichen, hoch gelobten und prämierten Spitzenmodells unter den Bridge-Kameras - der Powershot G10 - auf den Markt.

Die erste Überraschung trifft uns auch gleich wie ein Blitz: Es gibt WENIGER MegaPixel als bei der G10. Das ist nicht etwa ein Grund für Skepsis, sondern eher eine Gelegenheit vor Canon den Hut zu ziehen, die damit endlich etwas tun, was seit langem fällig war: Die Bildqualität über die wirren Kaufentscheidungskriterien der "Ich-bin-doch-nicht-blöd"-Kundschaft stellen.

Canon Powerhot G10: Angebote auflisten
Damit beweisen die Entwickler, dass Ihnen gute Fotos wichtiger sind als die MegaPixel-geile Laufkundschaft zu beglücken. Hatte die G10 noch einen 14,7 MP-Sensor, kommt die G11 mit nur 10 MP daher. Die Größe des Sensors bleibt mit 1/1,7" jedoch die selbe und wie der Profi weiss: Je weniger Pixel man auf die selbe Fläche quetscht, desto weniger rauscht das Bild. Vollformat-Kameras mit großen Sensoren sind schließlich nicht zufällig allgemein gefragt. Die einzelnen Pixel kommen sich einfach weniger in die Quere. Auf diese Weise erreicht die G11 laut Canon selbst bei ISO 3200 noch passable Ergebnisse. Kombiniert wird das mit dem neuen DIGIC-4 Prozessor, der noch wirkungsvollere Rauschunterdrückung möglich macht. Mit dem neuen Low Light Aufnahme-Modus erreicht man sogar noch gute Ergebnisse bei  ISO 12.800! Hierbei werden jeweils 4 Pixel des Chips zusammengefasst, was in einer Auflösung von 2,5 MegaPixeln resultiert. Die dürften dafür aber schön hell sein.

Durch die integrierte i-Contrast Technologie der Powershot G11 sollen Überbelichtungen verhindert und gleichzeitig Details in dunkleren Bildregionen erhalten bleiben. Die Powershot G11 verwendet das gleiche 28-140mm Objektiv mit Bildstabilisator, das auch schon in der G10 zum Einsatz kam. Neu dagegen ist der ausklappbare Monitor, der zwar jetzt leicht an Größe eingebüßt hat (2,8 Zoll mit 461.000 Pixeln statt vorher 3 Zoll mit ebenfalls 461.000 Pixeln), dafür jetzt aber dreh und schwenkbar ist und auch Aufnahmen über Kopf, um Ecken herum, direkt am Boden und ähnliches Erlaubt. War die G10 bei Kriegsberichterstattern schon beliebt, werden diese zukünftigten Möglichkeiten in Deckung zu hechten und trotzdem weiter Fotos zu machen, sicher guten Anklang finden. Die Blitz-Sync-Geschwindigkeit der Powershot G11 steigt auf 1/2000 Sekunde, wodurch noch schnellere Bewegungen im Bild eingefroren werden können. Auch lassen sich so Bilder mit offener Blende und Blitz ohne die bei DSLRs mit Schlitzverschluss resultierenden Überbelichtungen machen. Anstatt die Blende zu schließen, verringert man hier einfach die Verschlusszeit. Damit noch nicht genug: Um mit kleinen Blendenzahlen bei sehr hellem Licht zu fotografieren, oder auch bei längeren Verschlusszeiten Bewegungsunschärfen zu realisieren, hat die Powershot G11 einen integrierten Neutralgraufilter, der die einfallende Lichtmenge um bis zu 3 Blendenstufen reduziert.

Selbstverständlich gibt es auch wieder einen Blitzschuh für alle sinnvollen und sinnlosen Accessoires. Die G-Serie von Canon ist ein echter Wolf im Schafspelz. Wenn Sie von Menschen mit riesigen Spiegelreflexkameras belächelt werden, lächeln Sie zurück, denn die Chancen stehen gut, dass diese Jungs vor Neid erblassen würden, wenn sie den Funktionsumfang Ihrer G11 zu Gesicht bekämen. Für alle Gelegenheiten, bei denen eine große SLR-Kamera zu groß, zu schwer und zu auffällig ist, bietet die Powershot G11 eine perfekte Alternative für die Jackentasche. Und an Canon die Bitte: Wir hätten gerne all das in den nächsten SLR-Kameras. Ganz besonders diesen Grau-Filter.

Fotos: www.canon.de